Die Tage sind gezählt - Foto: (c) subwaytree / photocase.com
Die Tage sind gezählt – Foto: (c) subwaytree / photocase.com

Heute steht er an, der erste Elternabend für die neuen Eltern im Kindergarten. Was waren wir damals aufgeregt. Aufgeregt, was es zu entdecken und auf wen man treffen wird. Und schwupps, ehe man sich so richtig akklimatisiert hat, geht es auch schon zur Einschulung. Die Schultüten wurden schon ausgesucht. Auch das wird was werden. Doch heute Abend wird es etwas anders sein.

Für mich geht die Zeit im Elternbeirat zu Ende. Zuerst wollte ich mal schauen, was die so machen. Und sie machten weit mehr als das obligatorische Kuchenbacken für das Sommerfest. Das aber auch – und auch gerne. Und wir haben in den vergangenen knapp drei Jahren viel bewegt. Doch jetzt gehen die meisten, da die Kinder in die Schule wechseln. Nachfolger sind kaum in Sicht. Nach uns die Sintflut.  Dabei ist bei uns der Elternbeirat für die Finanzierung des Mittagessens zuständig. Bestellt wird zwar vom Kindergarten aus, aber unser Kassenprüfer übernimmt die buchhalterische Aufgabe. Auch wenn es immer mehr geworden ist und sich die Stadt gerne in der Versenkung befindet, steht und fällt viel mit der Aufgabe. Dafür wurde immerhin eine Nachfolgerin gefunden.

Doch ansonsten bröckelt es nur. Als ich damals in den Elternbeirat eintrat, waren wir zu Spitzenzeiten 13 Eltern, die sich kreativ einbrachten. Wenn wir Glück haben, sind wir jetzt noch zu Sechst. Tendenz fallend. Auch heute Abend wird es wieder eine kleine Zusammenfassung darüber geben, was der Elternbeirat geleistet hat und wie wichtig es ist, sich einzubringen. Zeitlich ist es begrenzt (bis auf den Kassenprüfer). Die Kindergartenzeitung, die Mitarbeit für Sommerfeste, aber auch als Ansprechpartner zwischen Kindergarten-Team und Eltern. All das finde ich nützlich.

Was so alles fehlen wird

Natürlich muss es keine Kindergartenzeitung geben, aber man erfährt so auch etwas über die Aktivitäten der anderen Gruppen. Bei zwei Halbtags- und zwei Ganztagesgruppen gibt es ohnehin nur eine kleine Schnittmenge an Eltern, die man morgens oder mittags/nachmittags trifft, um mit ihnen ein paar Worte zu wechseln. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Seit mehr als drei Jahren gibt es auch das Eltern-Café. Wegen der unterschiedlichen Bring- und Abholzeiten wurde dies an einem Freitagmorgen ab 8 Uhr für gut eine Stunde ins Leben gerufen. Vielleicht nicht der beste Zeitpunkt. Aber zentral im Eingangsbereich. Und die meisten, seien wir doch mal ehrlich, hätten die Zeit für eine Tasse Kaffee. Gerade wir Eltern trinken doch viel davon, oder nicht?

Aber es hat sich nun einmal verschoben. Es scheint bei vielen immer mehr eine “Kinderverwahranstalt” zu sein: Kind abgeben und schnell raus. Bloß keinen Blick nach rechts oder links riskieren. Man könnte womöglich angesprochen werden. Oder sogar gefragt werden, ob man sich nicht engagieren möchte. Ich verstehe, wenn einem als Eltern dafür die Zeit fehlt. Aber vieles hierzulande läuft nur Dank Ehrenamt. Man mag jetzt sagen, dass es so gewollt ist, aber darum soll es hier nicht gehen.

Ich wundere mich, wenn Listen aushängen, wer beim Auf- und Abbau beim Sommerfest hilft. Niemand. Außer die Damen und Herren vom Elternbeirat. In diesem Jahr stand daher das Büfett am Fest selbst auf der Kippe. Hätten wir nicht kurzfristig noch ein paar helfende Hände gefunden, hätte es kein Essen und Trinken auf dem Fest gegeben. Keine Einnahmen für den Elternbeirat, der dann davon neue Spiele anschafft oder Reparaturen bezahlt, für die sich die Stadt nicht einbringen kann/will/mag (Unzutreffendes bitte streichen).

Bei 100 Kindern und nahezu 100 Eltern, wundere ich mich ein wenig über die magere Beteiligung. Ich hoffe, dass es andernorts besser aussieht. Man sollte sich, wenn es die Zeit erlaubt, mit einbringen. Man erfährt und lernt viel. Ich bin sehr gespannt auf heute Abend. In den letzten Wochen habe ich auch überlegt, ob ich mir das an der Grundschule wieder gebe. Es gibt dann solche Abende wie in der Kita/Kiga, neue Eltern, auf die man sich einstellt, neue Probleme aber auch neue Freude. Ich werde dort mal vorbeischauen. Schaden kann es ganz sicher nicht.

Wie siehst du das – wie ist/war es bei euch? Ich freue mich über deinen Kommentar.

 

Foto: (c) subwaytree / photocase.com

 

4 Kommentare

  1. Hi Sven,
    mein Sohn geht in eine Kita, die von uns Eltern finanziert und organisiert wird (Elterninitiative). Wir haben einmal im Monat Elternabend, der zumindest von einem Elternteil der Kinder besucht wird. Wir Väter treffen uns regelmässig, um die Kita wieder in Stand zu setzen und der Garten flott zu machen. Dabei geht auch die ein oder andere Grillwurst über den Rost und das ein oder andere Pils wird getrunken. Der Zusammenhalt ist auch in schwierigen Situationen groß und die “Neulinge” (zu denen wir auch gehören) bringen sich voll ein. Eine Kita zu unterhalten ist wie eine kleine Firma zu leiten (Angestellte, laufende Kosten, etc.), wenn die alten Hasen abdanken, dann muss der Laden weiterlaufen. Das verpflichtet. Wir organisieren uns weitestgehend selbst und das klappt ganz gut.

    Beste Grüße vom DADDYlicious-Team
    Mark

  2. Liebe Elischeba,

    danke für deinen Kommentar. Eine ganz besondere Zeit wartet auf euch. Und die rennt dann. Unglaublich. Ich habe das nie für möglich gehalten…

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