Ein unruhiges Gefühl begleitete uns damals. Erst kurz zuvor ging es um die Frage, ob unsere beiden Jungs in dieselbe Klasse gehen sollten. Kaum war diese Entscheidung getroffen, hatte schon der nächste Schock auf uns gelauert – dieses Mal ein finanzieller. Als der Schulstart immer näher rückte, merkten wir: Ab jetzt wurde alles doppelt so teuer.

Als ich neulich beim morgendlichen Espresso saß und mich durch ein paar Artikel klickte, sprang mir ein Bericht ins Auge, bei dem ich nur heftig nicken konnte: Ein Vater regte sich furchtbar über Schulranzen auf, die mittlerweile bis zu 400 Euro kosten. Das erinnerte mich sofort an unsere eigene Schulstart-Phase. Mein erster Gedanke damals: „Krass.“ Mein zweiter Gedanke: „Moment mal… mal zwei… das wären 800 Euro für uns?!“

Der soziale Druck begann schon vor der ersten Klasse

Machen wir uns nichts vor: Die Industrie weiß genau, wie sie uns Eltern kriegt. Ergonomie-Zertifikate, blinkende LED-Elemente, austauschbare Magnet-Patches (die natürlich extra kosten) und das passende Federmäppchen im exakt selben Weltraum-Design. Man wollte schließlich nur das Beste für den Rücken seiner Kinder. Und noch viel schlimmer: Man wollte nicht, dass die eigenen Kinder am ersten Schultag die einzigen waren, die nicht den angesagten „Premium-Ranzen“ trugen.

Dieser soziale Druck war immens. Man verglich sich im Freundeskreis, in der Kita-Garderobe wurde getuschelt, wer schon welches High-End-Modell bestellt hatte. Und als Zwillingseltern standen wir daneben und rechneten im Kopf die Kosten für Erstausstattung, Schultüten, Wasserfarben, Hefte und Sportschuhe zusammen. Da wurde einem schnell schwindelig.

Aber mussten es wirklich 800 Euro nur für die Taschen sein? Nein. Wir hatten damals beschlossen, bei diesem Wahnsinn nicht mitzumachen. Und hey, unsere beiden freuten sich trotzdem riesig auf die Schule. Als Eltern hatten wir zeitig begonnen, mit Freunden die Schultüten zu basteln. Das hat wegen der Materialien nicht unbedingt so viel Geld gespart, aber es hat nach anfänglichen Schwierigkeiten Spaß gemacht.

Wie wir beim Schulranzen-Kauf im Doppelpack Geld gespart haben

Hier sind ein paar Dinge, die uns damals geholfen haben, die Kosten im Rahmen zu halten, ohne dass die Jungs auf Komfort oder ein cooles Design verzichten mussten:

  • Vorjahresmodelle suchen: Der Dino von der letzten Saison sah für einen Sechsjährigen genauso stark aus wie der brandneue. Viele Fachgeschäfte und Online-Shops hauen die älteren Kollektionen mit 30 bis 50 Prozent Rabatt raus. Da schrumpfte der Preis auf ein erträgliches Maß.

  • Nach Zwillingsrabatten fragen: Ein echter Gamechanger! Wir haben uns getraut, im lokalen Fachhandel direkt danach zu fragen. Viele Händler gaben Zwillingseltern 10 bis 15 Prozent Rabatt auf den gesamten Einkauf, wenn man zwei Ranzen gleichzeitig kaufte. Auch einige große Online-Händler haben spezielle Zwillings-Programme (oft musste man dafür nur kurz die Geburtsurkunden per Mail einreichen). Das funktioniert auch bei der Erstausstattung für Zwillinge, die ins Geld gehen kann.

  • Second-Hand ist kein Tabu: Auf Plattformen wie Vinted oder Kleinanzeigen gab es Modelle, die kaum getragen wurden, weil das Kind nach der zweiten Klasse plötzlich ein anderes Motiv wollte. Einmal ordentlich sauber gemacht, vielleicht ein paar neue, coole Patches dazu (ein super Mitbringsel für Oma und Opa zur Einschulung) und das Ding sah aus wie neu.

  • Den Druck rausnehmen: Wir hatten unseren Kindern damals erklärt, dass wir uns ein Limit setzen. Innerhalb dieses Rahmens durften sie sich frei entscheiden. Kinder verstehen oft viel mehr, als wir ihnen zutrauen, solange sie das Gefühl haben, selbst mitentscheiden zu dürfen.

Fazit: Hört auf euer Bauchgefühl (und euren Geldbeutel)

Unser Rat an alle Eltern von Zwillingen, die diese Phase noch vor sich haben: Lasst euch nicht von der Werbemaschinerie und dem ständigen Vergleichen mit anderen verrückt machen. Ein 150-Euro-Ranzen kann ergonomisch genauso gut sitzen wie das 400-Euro-Modell. Wichtig ist, dass er euren Kindern passt, euch finanziell nicht ruiniert und die Kids ihn stolz auf dem Rücken tragen. Die Schulzeit bringt noch genug andere Herausforderungen mit sich – da muss man sein Pulver nicht schon vor dem allerersten Elternabend verschießen.

Wie habt ihr das gelöst oder wie plant ihr es für die Zukunft? Habt ihr in den sauren (und teuren) Apfel gebissen oder clevere Schnäppchen für eure Kids gemacht? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

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