Jedem Kind gerecht werden

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Auf eigenen Füßen stehen - Foto (c) arthurbraunstein / photocase.de
Auf eigenen Füßen stehen – Foto (c) arthurbraunstein / photocase.de

Jedes Kind hat seine eigene Persönlichkeit. Es soll sich individuell entwickeln. Wir Eltern möchten unserem Kind alle Möglichkeiten offenhalten und sie individuell unterstützen. Doch im Alltag mit Zwillingen stößt man ganz schnell an seine Grenzen. Individual-Zeit kann die Lösung sein.

Alle Eltern kennen das: Der Alltag nimmt einem die Energie. Arbeit, Haushalt, Schule, Hausaufgaben – und natürlich alles mit einem Lächeln. Das funktioniert manches Mal einfacher, manches Mal nicht so. Es gibt Tage, die möchte man am liebsten noch einmal neu beginnen. Einfach den Reset-Knopf drücken, kurz die Augen schließen. Und wenn man sie öffnet, ist alles auf Null zurückgesetzt und der Tag beginnt mit Sonnenstrahlen auf dem Frühstückstisch, frischen Blumen und einem Rama-Lächeln, wie wir das aus der Fernsehwerbung kennen. Aber das ist Werbung. Und das stimmt meistens nicht, oder?

Zwillinge zu haben kann Kräfte kosten. Viel mehr, als man meint und manches Mal zugeben mag. Aber es ist so.

Wir Zwillingseltern kennen diese Fragen “Wie ist das, Zwillinge zu haben?” – nun, wie soll es sein? Schön, aber auch anstregend zugleich. Dabei ist das ja auch immer eine individuelle Meinung. Erreicht man selbst recht schnell einen Stresslevel, von dem es gilt, runterzukommen oder gehört man eher zu der ausgeglichenen Sorte? Oftmals fehlt der Vergleich. Der Blick zu anderen Familien ist hier fehl am Platze, denn man kann nur aus der eigenen Situation das Richtige machen.

Individuell und doch gemeinsam

Zwillinge brauchen sich. Ob Eineiige oder zweieiige. Sie verbindet eine unsichtbare Schnur. Schleßlich haben sie schon 9 Monate auf engstem Raum zusammengelebt und sich arrangiert. Und auch in den folgenden Lebensabschnitten ändert sich daran nicht so viel. Sie haben sich ständig. Als Spielkameraden als Streithammel, aber auch, um sich in gewissen Situationen zusammenzutun. Es hat sie zusammengeschweißt. Und doch stellt das Individuelle gerade eine kleine Hürde da.

Ich nenne es Individual-Zeit

Sich die individuelle Zeit für jedes Kind im ohnehin schon hoffnungslos überfüllten Kalender freizuschaufeln, ist eine nicht so einfache Aufgabe. Jeder soll einen von uns mindestens einmal in der Woche eine gewisse Zeit für sich haben. Nicht nur wir genießen dann die “Ein-Kind-Zeit”, sondern auch der Nachwuchs. Wir merken es daran, dass dann viel mehr erzählt wird. Es wird nicht geschaut, was der Bruder macht oder wie er reagiert. Endlich mal man selbst sein. Sehen, wie die Eltern auf das von mir Gesagte reagieren. Und man merkt – oh, Papa und Mama sind ja alleine auch anders und reagieren anders, als wenn alle zusammen sind. Und für uns Eltern ist es auch eine bereichernde Zeit, schließlich muss man sich nicht um beide gleichermaßen kümmern.

Das ist für alle eine gute Zeit. Und sie ist es wert, wiederholt zu werden. Auch wenn die Zeit knapp ist.

Wie ist es bei euch? Schaffst du es, in der ohnehin schon knappen Zeit, eure Zwillinge einzeln für eine gewisse Zeit zu haben? Welche Tipps kannst du anderen Zwillingseltern geben, damit das gelingt? Ich freue mich über deien Kommentar unter diesem Beitrag.

 

Foto (c) arthurbraunstein / photocase.de

1 KOMMENTAR

  1. […] Man mag es kaum glauben – auch Zwillinge sind individuell. Dass sie sich unterschiedlich entwickeln können, zeigt der Film „Zwillinge im Vergleich“ vom Frühjahr dieses Jahres. Das bezieht sich nicht nur auf das Thema Essen, sondern auch auf die motorische und sprachliche Entwicklung. Gerade dieser Punkt wird in der Grundschule sehr beleuchtet. Immer wieder wird gesagt, dass jedes Kind individuell ist – dann folgt eine kurze Pause und eine „aber“. Und dann klingelt es bei mir schon wieder in den Ohren. Achtung, aufpassen, sagt es. Was dann häufig folgt, hat mit Individualität nicht mehr viel zu tun. Es ist ein Spagat für die Eltern, in diesem Fall richtig zu reagieren. Denn schließlich möchte man seine Zwillinge auf eigene Weise großziehen und sie in ihrer Individualität unterstützen. Mehr Individualzeit. […]

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