Bis vor kurzem wusste ich nicht so richtig, was ich unter einem “Mommywar” verstehen sollte. Aber anscheinend ist das bei der Damenwelt ganz weit verbreitet. “Was, dein Kind kann mit 3 Monaten noch nicht hüpfen/springen/selbst sitzen/chinesisch/Klavier (Unzutreffendes bitte streichen)?” Das sind einige der Fragen, mit denen Mütter oftmals konfrontiert werden und wo sich die Gefühle hochschaukeln. Braucht man nicht – wir Väter sehen das gelassener.

Dabei ist es doch wichtig, mehr Toleranz zu üben und nicht immer die Schubladen zu bedienen. Anscheinend gehört das aber zum Grundwesen des Menschen hinzu. Lästern, einteilen, nicht mit dem Denken im Kopf mal die Richtung wechseln. Mensch, Leute, deshalb ist er doch rund der Kopf. Weil er eben keine Einbahnstraße ist. Aber vielleicht muss manches Mal der Druck, die Überforderung erst einmal raus.

Als ich das erste Mal kurz nach der Geburt mit unseren beiden Kleinen alleine draußen war, hörte ich auch “Ja, kann der das.” oder “Wie kann man nur.” Nun, man(n) kann und warum auch nicht. Ich habe es einfach überhört, doch so einfach scheint das nicht immer zu sein.

Gerade in Mamiblogs (was ein Wort – sorry) werden Mütter für ihre persönlichen Geschichten angegegriffen. Ob sie nun stillen, nicht mehr stillen, zufüttern, vegetarisch leben oder woöglich keinen aufgeräumten Haushalt wie in Möbelkatalogen haben. Jeder sollte sich mal selbst an seine Nase fassen, ob man die Sätze, die man da – ob anonym oder nicht – herauslässt, selbst gerne hören würde. Wohl eher nein.

Väter scheinen das Thema, wenn sie es denn überhaupt schon realisiert haben, gelassener anzugehen.

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Mamamiez hatte es in ihrem Schubladen-Artikel lesenswert zusammengefasst.

Väter ticken da anders

Vielleicht sehe ich das zu eindimensional, aber Väter scheinen sich zu treffen, um sich zu unterhalten oder gemeinsam zu schweigen. Es wird nicht gleich im ersten Satz erkundet, ob der andere vielleicht “nur” Hausmann ist, handwerklich geschickt und alles im Griff hat. Es wird nach einer gemeinsamen Wellenlänge gesucht. Wird die nicht gefunden, schweigt man. Aber das Schweigen nicht falsch verstehen. Das gibt es auch zwischen sehr guten Freunden.

Sind hier die Väter, die gerne das Kind in sich noch einmal hervorholen – erst recht wenn der Nachwuchs da ist – doch einmal über die Pubertät herausgekommen? Das Gehacke, wer den besseren Rasenmäher hat oder “boah, ich hab aber 14 PS mehr im Auto” gibt’s ansonsten nur am Gartenzaun oder Autoforen, oder?

Daher lege ich allen mein T-Shirt ans Herz. Kann helfen.

8 Kommentare

  1. Das mit dem Kind im Manne kann ich voll bestätigen.
    Ich spiele gerne und viel. Leider hat der böse Alltag die meiste meiner Zeit beschlagnahmt.
    Jetzt als Vater nehme ich mir eben gezielt die Zeit zu spielen. Ich kann endlich wieder Eisenbahn spielen, Legobausteine kombinieren, und vielleicht in ein paar Jahren meinem Sohn spielerisch das Programmieren beibringen. Der Markt ist voll mit kleinen programmierbaren Robotern, die ich mir aus Vernunftgründen nie kaufen würde. Aber für meinen Kleinen… hehe.

    Wir männer, bzw Väter hier vergleichen auch, wenn wir uns treffen: Was haben unsere Frauen in letzter Zeit alles für die Kinder gekauft. Wir stellen da oft einen enormen Zusammenhang fest. Hat die eine was auf nem Flohmarkt gekauft, und für gut befunden, dauert es nicht lange, bis jeder sowas hat. 🙂
    Sowas wie Daddywars kenn ich nicht. Mal sehen wie sich das ändert, wenn der kleine vielleicht doch irgendwann mal in einen Sportverein wechselt. Da hört man ja so einiges über übermotivierte Eltern 🙂

  2. danke dir für deinen Kommentar. Genau, wir brauchen “kein schlechtes Gewissen” beim Durchstöbern der Spielzeugabteilung haben 😉
    Bei den Vätern funktioniert die Schublade aber über das Auto/Fahrrad/technisches eigenes Spielzeug oder??

    Gruß

    Sven

  3. Ich habe mich auch schon darüber gewundert und mich gefragt, ob und warum Männer so viel lockerer an alles rangehen. Nach längerer Beobachtung musste ich folgende Punkte feststellen:
    – Wenn ein Haus nicht aufgeräumt ist, das Kind nicht “warm genug angezogen” ist oder gar die Haare nicht gekämmt, werden in unserer Gesellschaft noch immer die Mütter verantwortlich gemacht. Sogar in den Familien, in denen der Vater mehr zuhause ist als die Mutter.
    – Männer stillen nicht – auch nicht öffentlich.
    – Väter haben oft den Part des abenteuerlustigen Kumpels und übernehmen viel weniger alltägliche Verantwortung. Zum Glück haben wir im engen Freundeskreis schon andere Beispiele, aber die sind (hier) selten.
    – Männer gehen fast alle in Vollzeit arbeiten und somit ist es Aufgabe der Frau, zu recherchieren und Entscheidungen zu treffen. Dadurch fühlt sie sich bei Kritik natürlich auch eher angegriffen.

    Ansonsten sind Männer tatsächlich in vielen Bereichen relaxter. Und davon versuche ich mir eine große Scheibe abzuschneiden!
    Liebe Grüße
    Julia

  4. Liebe Julia

    ich stimme dir zu. Ich sehe es auch, dass sich Männer da oftmals nicht reinfühlen können, da sie eher den Hauptverdiener /-ernäher whatever geben. Als ich die ersten 2,5 Jahre zu Hause war, musste ich mir von Außenstehenden, nicht von richtigen Freunden, ab und zu etwas anhören. Es gab da von mir aber keine Antworten drauf oder sonstige Reaktionen. Irgendwann verebbte das.
    Ich finde die Energie und Zeit von denen immer toll, sich in andere Familien, Verhältnisse etc. einzumischen. Die Zeit wäre mir dafür zu schade 😉 da geh ich lieber mit den Kindern spielen oder kochen…
    Manche scheint das Schubladendenken aber “glücklich” zu machen – ob denen was fehlt??

    • Finde ich super, dass Du denen die kalte Schulter gezeigt hast. Ich wurde gerade erst letzte Woche von einer wildfremden Frau (auch Mutter nehme ich an) auf offener Straße angeschnauzt, dass ich eine furchtbare Mutter sei. Ich gebe zu, dass mich das nicht kalt gelassen hat.
      Aber ich arbeite wie gesagt daran 😉

      Ich denke oft, die Leute, die sich besonders klein fühlen, versuchen andere noch kleiner zu machen.
      Bleib so wie Du bist – ein tolles Vorbild für andere Väter!
      Liebe Grüße

  5. Danke für den Artikel. Die Tweets gestern fand ich sehr amüsant. Ich weiss nicht mehr, wo ich das gelesen habe, aber: Menschen brauchen Schubladen, um festzustellen, ob das Gegenüber ähnlich tickt. Eigentlich helfen uns Schubladen nur dabei Ähnlichkeiten festzustellen. Das finde ich eine interessante These. Vielleicht ist sie auch falsch, da es für alle Thesen mind. 1 Gegenthese gibt. Es ist eben alles höchst individuell.

    Zu den Wars. Witzigerweise dachte ich gestern tatsächlich, dass es so was unter Vätern nicht so gibt. Heute wurde ich aber gleich eines besseren belehrt. Persönlich. Das fand ich jetzt nicht so prickelnd, aber gut, so ist das Netz. Da kann ich locker drüber wegsehen. Früher hätte ich sofort ein Gegenstatement verbloggt, heute lächle ich entspannt und denke mir nur: ok, ist halt so.

    Überhaupt hat jeder einen so individuellen, für sich und zur Familie passenden Weg, über den Aussenstehende aus meiner Sicht nicht wirklich urteilen können. Zwischen schwarz und weiss gibt es genügend Graustufen, die im Netz aber selten in Erscheinung treten. Bringt ja keine Likes, Shares, Klicks und so 😉

    In diesem Sinne: Kinder geniessen, Familie geniessen, Freunde geniessen, das Leben geniessen. Auch wenn es sehr sehr anstrengend sein kann.

    • dafür möchte ich dir beide Daumen hoch geben – nicht für das persönlich erlebte, aber für die Art, damit umzugehen….
      Genießt alle das verlängerte Wochenende!!

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