Unaufgeregte Wichtigkeit – Besprechung zu Netzgemüse von Tanja & Johnny Haeusler

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Wichtiges Buch - Netzgemüse - hier bestellen
Wichtiges Buch – Netzgemüse – hier bestellen

Eigentlich müsste ich zu “Netzgemüse – Aufzucht und Pflege der Generation Internet”  keine ausführliche Besprechung schreiben, sondern einfach nur: Kaufen. Lesen. Anwenden. Verschenken. Weitererzählen.

Das wäre eigentlich alles.

Es ist in den klassischen Printmedien und in Blogs fulminant über das Buch geschrieben worden, beispielsweise hier und hier. Da bleibt mir eigentlich nur ein “Ich schließ mich an” in den Raum des Netzes zu pusten. Doch würde man damit den beiden Autoren gerecht werden? Das Netzgemüse würde das Buch auf Facebook liken, den Link zum Buch auf Facebook twittern und das Cover auf Pinterest einstellen. Und wir, wir Eltern, die wir in einer Generation von Helikoptereltern groß werden, versuchen immer einen Spagat. Der manchmal wehtut. Wie Spagate nun einmal sind, wenn man es übertreibt.

Kein erhobener Zeigefinger

Tanja und Johnny Haeusler haben ein wichtiges und völlig unaufgeregtes Buch über das wichtige Thema Internet und Digitale Medien geschrieben. Man kann es auch gut als eine Art Fahrplan für alle die Eltern und Lehrer verstehen, die sich zum ersten Mal mit ihren Kindern, dem Netzgemüse, dem Internet gemeinsam nähern und hinter jeder Seite, hinter jedem Link eine potentielle Gefahr wittern.

Die beiden Autoren, selbst Eltern von einem 10- und 13-jährigen Sohn, schaffen es, die derzeit aktuellen Strömungen im digitalen Ozean so zu lenken, dass man die wichtigsten Dinge begreift. Man versteht, warum die Jugendlichen so gebannt von den neuen Möglichkeiten sind. Wir lernen: pauschale Verbote bringen auch hier nichts.

Das Buch ist deshalb gelungen,  weil es von Eltern geschrieben ist, die alles selbst erleben und nicht von Autoren, die meinen, sie müssten zu dem Thema etwas absondern. Es ist nicht am grünen Tisch entstanden, sondern aus der “Not” heraus, da es solch Buch noch nicht gab.

Lesen sollten es nicht nur alle (werdenden) Eltern, sondern auch und vor allem Lehrer und solche, die sich das Wort “Medienkompetenz” in ihren Lebenslauf schreibenoder auf ihre Visitenkarte drucken.

Wo Manfred Spitzer in eine Kerbe haut, ist dieses Buch die wohltuende Salbe, das beruhigende Elixier, dass das Internet nicht pauschal zu dümmeren Kindern führt. Richtig eingesetzt und zu Beginn begleitend, ganz sicher nicht. Unsere Kinder, so folgern die Autoren, haben einen eingebauten Schutzmechanismus. Sie wissen selbst, was gut uns schlecht für sie ist. Wie heißt es so schön: ziehen lassen muss man sie doch irgendwann.

Heute muss alles in Watte gepackt sein. Wie wir unsere Jugend vor 20, 30, 40 Jahren überlebt haben, bleibt mir schleierhaft: kein Babyphon, keine Matten, die Alarm schlagen, wenn das Kindchen sich im Bett umdreht, kein Sicherheitsgurte auf den Rücksitzen im Auto, nur drei Fernsehprogramme, dazu noch in schwarz-weiß, …

Wir leben in einem digitalen Zeitalter. Die Nutzung wird in den nächsten Jahren immer intensiver – die Grenzen zwischen On- und Offline-Welt werden noch weiter verschmelzen. Pauschalisieren sollte man sich auch für die Zukunft verkneifen. Beobachten und Zuhören sind die Kompetenzen, die wir als Eltern ausbauen sollten. Auf Augenhöhe mit unserem Netzgemüse!

Also, liebe Eltern, Großeltern und Lehrer – nehmt euch dem wichtigen Thema an, lest dieses Buch und ihr versteht mehr von eurem “Netzgemüse”. Eure Kinder werden es euch danken.

8 KOMMENTARE

  1. […] und Tanja Häusler haben mit “Netzgemüse” ein unaufgeregte und zugleich wichtiges Buch über die “Generation Facebook” […]

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