Interview mit Zwillingsmama Alexandra

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Interview - Foto: bruzzomat / photocase.com
Interview - Foto: bruzzomat / photocase.com

Wie heißen Eure Zwillinge und wie alt sind sie?

Unsere zweieiigen Zwillinge heißen Paulina und Josephine und sind gerade 2 Jahre alt geworden. Leider mussten wir den 2. Geburtstag im Krankenhaus verbringen, da Paulina allergisch auf Mückenstiche reagiert hat. Zeitgleich war auch die Kita-Eingewöhnung, wir hatten einen Magen-Darm-Infekt, von dem nur Josephine verschont blieb, und ich bin wieder in der 38. Woche schwanger. Kann man also alles gerade gut gebrauchen. Aber man wächst ja mit seinen Herausforderungen, gerade als Zwillingsmama. Bevor die meistgestellte Frage kommt, die ich höre, seit der Bauch sich rundet (also so seit der 6. Woche…): Nein, es werden diesmal keine Zwillinge. 😉

Wie lebt ihr, beschreibt mal euer Zuhause?

Als wir erfuhren, dass wir Zwillinge bekommen, dachten wir, dass wir wunderbar in unserer 3-Zimmer-Dachwohnung weiter wohnen könnten. Bin ich froh, dass unsere Vermieterin uns das vermiest hat, sonst wären wir niemals losgezogen und hätten unsere jetzige wunderschöne Doppelhaushälfte nördlich von Würzburg gefunden. Mitten im Grünen und doch in nur 12 Minuten in der Stadt. Einen Monat, bevor die Zwillinge kamen, sind wir hier eingezogen. Wir haben einen kleinen, mit wenig Zeitaufwand pflegbaren Garten, den die Mädels sehr lieben. Unsere Endstation wird das aber noch nicht sein, irgendwann soll ein Eigenheim her. Dann auch mit einem Zimmer mehr, damit jedes der Mädels später mal ihr eigenes Zimmer haben kann. Aber das hat noch ein paar Jährchen Zeit.

Was sind die verrücktesten Sachen, die die Zwillinge jemals gemacht haben?

Hm.. So verrückt sind unsere Mädels gar nicht. In der Kita sagte die Erzieherin heute erst wieder, wie ausgeglichen unsere Kinder seien. Ich weiß das nicht so genau, habe ja keinen Vergleich. Aber grundsätzlich waren sie schon immer recht pflegeleicht. Im Moment ist es ein hartes Alter, aber das ist ja normal.

Wo ich immer wieder schmunzeln muss, sind die Dialoge zwischen den beiden, die ich immer mal aufschnappe. Und auf welche Ideen sie da so kommen.
Neulich hatte Paulina Josephine gebissen. Einen halben Tag später fiel Josephine das dann wieder ein, und die Unterhaltung im Auto lief ungefähr so ab:
Josephine: „Lina beißt, aua macht. Phine weint.“
Paulina: „Heilt wieder!“
Nicht alles, dass Paulina noch gesagt hätte, sie solle sich nicht so anstellen. 🙂
Oder eine andere Situation: Sie haben zu ihrem Geburtstag eine Spielküche bekommen. In unserer richtigen Küche steht ein Thermomix, bei uns auch Thermi genannt, dessen Geräusche sie schon mit einem Jahr nachmachen konnten.
Josephine kam zu mir, als ich gerade mit dem Thermomix gekocht habe: „Kleine Thermi euer Küche!“
Ich: „Was sagst du?“
Josephine ganz aufgeregt: „Kleine Thermi, kleine Thermi! Euer Küche kleine Thermi!“
Dann ging mir ein Licht auf: „Ihr wollt einen kleinen Thermi für eure Küche?“
Ein überzeugtes „Ja!“ aus zwei Kindermündern, begleitet von heftigem Kopfnicken. 🙂
Ich bin von diesem Ideenreichtum und den Dialogen echt immer wieder fasziniert…

Welche Artikel/Babysachen sind total überbewertet?

Ich finde, das kommt immer auf die Familie, die Kinder und die jeweilige Situation an. Die einen finden Wickelkommoden überbewertet, ich hingegen war besonders die ersten Monate nach der Geburt total froh, eine schöne große Wickelkommode zu haben, weil mich beim wickeln auf Couch, Boden oder Bett mein Rücken umgebracht hätte. Und so ist es doch eigentlich mit vielen Dingen. Wenn ich so überlege, haben wir eigentlich nichts gekauft, was letztendlich nicht auch wirklich benutzt wurde. Wir treffen finanzielle Entscheidungen meistens so, dass wir sagen, wir schauen erst einmal, ob wir das brauchen. Wenn es soweit ist, können wir das immer noch besorgen.

Was ich im Moment extrem wichtig finde, sind die identischen Spielsachen für die Mädels. Es ist wirklich nervig, wenn die Verwandtschaft gutgemeinterweise verschiedene oder verschiedenfarbige Dinge schenkt. Ich stehe dann im Alltag hier und darf den ständigen Streit schlichten, der momentan auch leider mit heftigen Bisswunden einhergehen kann.

Auch immer gut überlegt will der Autokauf sein. Wir haben uns jetzt nach langem Überlegen für einen VW Multivan entschieden. Wir haben ja bald 3 sperrige Kindersitze, die in ein Auto passen wollen. Hinzu kommt, dass wir relativ oft zu meinen Eltern verreisen. Die wohnen 130 km weiter weg, da bleiben wir dann meist auch gleich von Freitag bis Sonntag. Mein Mann bekam bisher regelmäßig Fluchanfälle, beim Versuch, mit Zwillingskinderwagen oder Croozer und Gepäck Tetris im Kofferraum des 5er BMWs zu spielen.

Welche Tipps hast Du für werdende Zwillingseltern?

Ganz oben auf der Liste meiner Erfahrungen: Entspannt bleiben und nicht auf die Horrorgeschichten anderer Zwillings- und vor allem auch Einlingseltern hören! Jedes Kind ist anders, die Eltern sind anders und jede Situation ist anders. Die Erfahrungen anderer müssen längst nicht auf euch zutreffen! Lasst euch keine Angst machen, dass man an Schlafen sowieso nicht mehr denken brauche, man ständig Oma und Opa im Haus haben müsse, man ja auch gar nicht mehr zum Essen komme und sonstiges. Unsere Mädels haben mit 8 bzw. 9 Wochen durchgeschlafen. Wir haben es bis jetzt fast ohne Hilfe super geschafft. Mein Mann und ich ziehen an einem Strang und haben bisher jede Situation gemeinsam gemeistert. Für ihn als Unternehmer bedeutet das immer einen riesengroßen Spagat und ich bin beeindruckt, wie er den zustande bringt.

Aber: Wenn es notwendig ist, holt euch Hilfe! Wir haben jetzt, seit ich schwanger bin, einen Babysitter, der einmal pro Woche für zwei Stunden mit den Mädels auf den Spielplatz oder spazieren geht, weil es für mich einfach nicht mehr funktioniert. Und wir haben eine Putzfrau, die ist wirklich Gold wert. Die hatten wir aber auch schon lange vorher, da mein Mann und ich immer beide viel gearbeitet haben.

Und ganz wichtig: Ignoriert den folgenden Satz: „Es wird nicht besser, nur anders.“ Der ist völlig überflüssig und überbewertet! 😉
Hört auf euer Bauchgefühl, informiert euch bei seriösen Quellen, was Ernährung, Entwicklung und Gesundheit eurer Kinder angeht und gebt nichts auf Hörensagen.

Das wichtigste: Freut euch auf das doppelte Glück, es belohnt euch immer für die doppelte Arbeit! 🙂

Liebe Alexandra, hab vielen Dank für das Interview.

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